Eine Klangwiege für die TMK

Die integrative Tom-Mutters-Kindertagesstätte hat ein neues Therapie-Instrument – die Klangwiege

„Jede Zelle meines Körpers“ bewegt sich, „jede Zelle meines Körpers“ schwingt mit, so lauten Textteile des Liedes von Günter Sturm. Seit Juni wird nun auch in der Kindertagesstätte mitgeschwungen. Die Spende der SWR-Aktion Herzenssache ermöglichte es der Lebenshilfe ein ganz besonderes Instrument für die integrative Tom-Mutters-KiTa kaufen – eine Klangwiege.

Eine Klangwiege ist ein Saiteninstrument, dass aus einem halbrunden mit mehreren Holzschichten verleimten Korpus besteht, in dessen Resonanzraum Schwingungen und Klänge multisensorisch wahrgenommen werden können. Hören, Spüren, Schaukeln sorgen bei Klein und Groß in der integrativen Tom-Mutters-KiTa aktuell für große Faszination, Explorationsfreude und Neugierde.

Die Idee zum Bau einer Klangwiege stammt von dem isländischen Musiktherapeuten Eyolfur Melsted. Er hatte die Vision von einem Instrument, welches uns in die vorgeburtliche Erlebniswelt eintauchen lassen und diese körperlich erfahrbar machen kann – das Instrument sollte sowohl den Hörsinn, den Bewegungssinn als auch taktilen Sinn ansprechen. In Zusammenarbeit mit der Firma Allton OHG entstand so die erste Klangwiege, ein „Klangmöbel“, in dessen Resonanzraum man sich legen kann. Werden die Saiten der Klangwiege nun vom Therapeuten durch Anzupfen oder Streichen in Schwingung gebracht, so ist der Klang für den „Patienten“ multimodal wahrnehmbar. Wird die Klangwiege zusätzlich sanft geschaukelt, so wird auch die Vestibuläre Wahrnehmung (Gleichgewichtssinn) angesprochen. Diese sogenannte multimodale Wahrnehmungsförderung der Sinne macht man sich in der (Musik)Therapie zunutze. Je nach Indikation und Zielsetzung kann die Klangwiege auf die individuellen Bedürfnisse unserer kleinen Patienten abgestimmt werden. Die Behandlung mit der Klangwiege kann die Wahrnehmung nach innen lenken, die Körperwahrnehmung verbessern, motorische Unruhezustände verringern, zu Regeneration und Vitalisierung führen, die Eigenwahrnehmung positiv unterstützen, das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit stärken, psychische Belastungen, Stress, Schmerzen, Leidenszustände und Ängste regulieren und ein zur Ruhe kommen ermöglichen (Allton C. Harbeke & S. Hausser OHG, o. D).

Dabei ist es wichtig, die Reaktionen des Patienten genau im Blick zu haben und individuell zu reagieren. Für Hypersensible Personen kann die Schwingungsübertragung mitunter sehr intensiv sein und womögliche Kontraindikationen hervorrufen.

Die Klangwiege wird inzwischen in sehr vielen Bereichen eingesetzt, so etwa in Schmerzkliniken, Reha-Kliniken, in der Psychotherapie, zur Klangmeditation und Klangtherapie und auch in Kindertagesstätten.

In der integrativen Tom-Mutters-KiTa kommt die Klangwiege im Rahmen der musiktherapeutischen Angebote sowohl im Einzel- aus auch Gruppensetting zur Verwendung. Die multifunktionale Funktionsweise schafft vielfältige Einsatzmöglichkeiten: als Wiege im Liegen oder Sitzen, als Kuppel senkrecht aufgestellt sowie als Höhle, Schutzraum, Schiff etc. Je nach Assoziation und Kreativität der Kinder verwandelt sich die Klangwiege im spielerischen Tun und Miteinander in unterschiedliche Objekte und ermöglicht ein schöpferisches Gestalten. Unser Ziel ist es mitunter für z.B. Kinder mit Beeinträchtigungen Schutz, Geborgenheit und Halt zu vermitteln (im Sinne von regressionsfördernden Angeboten), ein Wohlfühl- und Schutzraum zu schaffen, sich zu spüren und Entspannung und Ruhemomente zu ermöglichen. Dies hat wiederum positive Effekte auf deren Wohlbefinden, Stimmungsbild und Ausgeglichenheit. Klangvibratorische Effekte können körperliche und emotionale Anspannung oder Aufregung verringern. Das Spüren der Vibrationen in der Klangliege wird die taktile und sensorische Körperwahrnehmung der Kinder stärken, erhöhte Muskelzustände lösen. Der Effekt des Schaukelns wirkt sich regulierend auf Ängste und Schmerzen aus, führt zu Entspannung und Glücksgefühl und verbessert die Bewegungsfähigkeit und das Gleichgewicht. Im Gruppensetting kann die Rücksichtnahme, das Aufeinander-Achten, Bedürfnisse anderer wahrnehmen mögliche Intentionen darstellen. Um die Sinneserfahrung der Kinder zu intensivieren und zu schärfen wird sie auch im Snoezelraum eingesetzt.

Wir bedanken uns recht herzlichst für die großzügige Spende der Herzenssache, die Kinderhilfsaktion von SWR, SR und Sparda Bank und freuen uns über die neugewonnene Klangwiege.

Herzenssache


Quellen:
Allton C. Harbeke & S. Hausser OHG, o. D.
Verfasst von den Musiktherapeutinnen Frau Riehle und Frau Schlegel
Musiktherapeutinnen B.A.

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